Archiv für die Kategorie 'A-Z der Jagd'

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Jagd von A-Z, “D” wie “DRUCK”

Hier ein kurzer Artikel über Druck.

Physikalisch betrachtet bedeutet Druck Kraft pro Fläche. Was das mit Jagd zu tun hat ist natürlich erst einmal fraglich. Aber im allgemeinen ist Druck der Grund warum hier im Blog gerade nichts passiert. Bevor jemand dumme Kommentare los lässt, z.B. dass ich bei meinem Job ja wohl kaum unter physischem oder psychischem Druck stehen könnte (nein Flo, mir wachsen gerade keine neuen Haare ;-) …), obwohl das natürlich auch ein Grund wäre, sage ich lieber schnell, dass es am “(Jagd-)Druck” liegt das ich keine Artikel schreibe (beziehungsweise an dem Versuch ihn zu vermeiden). Wenn man nämlich auf einer bestimmten Fläche durchgehend jagd, also Jagddruck verursacht, wird das Wild immer heimlicher, zieht ggf. weg und das Ganze wird sowohl frustrierend als auch tierschutzrechtlich fragwürdig. Um das zu vermeiden wird also in Intervallen gejagd. Wenn wir also eine Zeit lang nicht jagen (wie das in den Monaten Juni und Juli nun mal ist), erlebe ich auch nichts und kann somit auch nichts berichten.

Aber noch einmal zurück zur Physik. Wenn also Druck=Kraft pro Fläche ist, und ich das auf die Jagd beziehe, habe ich Jagddruck=Jagdaktivität pro Fläche. Um unter einem bestimmten Maß an Jagddruck zu bleiben kann ich also entwerder die Fläche vergrößern (meist nicht ganz einfach), oder die jagdlichen aktivitäten einschränken (Stichwort Intervalljagd). Ist also gar nicht so weit her geholt…

Und der Sinnfreiheit wegen und weil ein Artikel ohne Bild doof ist…

feld

…Sieht irgendjemand eine Verbindung zum Text? (Ich auch nicht…)

Geschrieben von Tim am 19. Juli 2009 | Abgelegt unter A-Z der Jagd | 2 Kommentare

Jagd von A-Z “C” wie “CERVIDEN”

Das C nutze ich jetzt einfach mal für die Erklärung “Wie war das noch mal mit Bambi und seinem Vater?”

Ständig bekommt man als Jäger zu hören “Was, du hast ein Reh geschossen? Armes Bambi!” Abgesehen von der Grundsatzdiskussion Stichwort “armes..” scheint mir vorerst ebenfalls wichtig zu sein, dass Rehe IMMER fälschlicherweise als “Bambi” bezeichnet werden.  Das der Walt Disney Zeichentrickfilm in den USA produziert worden ist und es da gar keine Europäischen Rehe gibt, interessiert anscheiend keinen…und da man keine Lebensmittel in die USA einführen darf, konnten die auch nicht zum Dreh eingeflogen werden…

Nachfolgend also einige Ausführungen über “Rehe und Hirsche”.

Wie komme ich von Reh auf Hirsch? Schon lange erwidere ich auf die “Bambi” Aussage immer, dass Bambi ein Weißwedelhirsch ist. Daraufhin wird man meist müde belächelt und als idiot abgestempelt. Aber ich kanns beweisen…zumindest optisch…

bambis-vater

…das ist Bambi und sein Vater.

weiswedelhirsch

…das ist ein Weißwedelhirsch…

reh

…und das ist ein Reh…ok, im Gegensatz zu den vorigen Bildern ein weibliches Individuum (wo wir mal wieder beim Ansprechen wären..), aber egal. Und warum streckt es den Lecker (die Zunge..) raus? Weil es sagt: Bäää! Ich bin kein Bambi! Oder findet jemand, das da große Ähnlichkeiten bestehen?

Gut und schön werden einige sagen, aber was zum gypus fulvus (Gänsegeier) hat das Ganze mit “C wie CERVIDEN” zu tun? Ich weiß doch wie der Lepus europaeus (Feldhase) läuft! Du willst uns doch zum Monodon monoceros (Nar(r)wal) halten…

Nein, sage ich dann, die Cerviden sind Hirsche. Die Famile der Hirsche (Cervidae) ist nämlich unterteilt in verschiedene Unterfamilien. Z.B. die Echten Hirsche (Cervinae), zu denen unter anderem der Rothirsch (Cervus elaphus) gehört oder die Trughirsche (Capreolinae), die sich wiederum in viele Gattungen aufteilen. Das Europäische Reh (Capreolus capreolus) gehört zur Gattung der Rehe (Capreolus) was nebenbei irgendwie nicht sehr kreativ ist..wohingegen der Weißwedelhirsch (Odocoileus virginianus) zu der Gattung Odocoileus gehört. Folglich sind Reh und “Bambi” zwar entfernt verwandt, da beide zur Familie der Hirsche und zur Unterfamilie der Trughirsche gehören, gehören jedoch nicht zur gleichen Gattung, können sich somit also nicht mischen und eigentlich auch nicht verwechselt werden. Der Rothirsch dagegen ist z.B. mit dem Sikahirsch (Cervus nippon) so nah verwandt (gleiche Gattung), dass beide Arten sich kreuzen können. Die aus solch einer Verbindung entstehenden Hybriden können dann keiner der beiden Gattungen vollständig zugeschrieben werden (was ich als Grund für eine Verwechslung von Reh und “Bambi” durchaus akzeptieren würde, geht in dem Fall aber schlicht nicht). Würde also die Zeichentrickfigur “Bambi” kein Weißwedelhisch sein (oben eindeutig dargestellt…) sondern ein Sikahirsch oder gar ein Hybrid aus Sika- und Rothirsch und würde man mir dann sagen, wenn ich einen Rothirsch geschossen hätte “Ohhch, das arme Bambi!”, würde ich glatt sagen, nah genug, dass lass ich gelten! Ich gehe nie wieder jagen!…Doch zum Glück ist Bambi nun mal ein Weißwedelhirsch!

Zum Ende noch einmal ein weiteres Problem: Mit dem Wort Hirsch wird immer nur das Geweih in Verbindung gebracht. Das aber die Familie Hirsche heißt, und dazu sowohl männliche als auch weibliche Individuen gehören, die weiblichen jedoch kein Geweih haben, wirft da eine gewisse Schwierigkeit auf. Die Unterscheidung führt dann zwangsläufig zu Bezeichnungen wie “Hirschkuh”. Das hört der Jäger aber gar nicht gerne, denn der hat sich ein vieeel besseres Prinzip ausgedacht. Er spricht von Wild. Rotwild bezeichnet sowohl Männlich als auch Weiblich. Genauso Dammwild oder Rehwild. Hier ist es dann also möglich bei der Bezeichnung Rothirsch tatsächlich nur den männlichen Part zu benennen. Der weibliche teilt sich dann in Alttier (weibl. Alter >24 Monate) und Schmaltier (weibl. Alter >12 und <24 Monate) sowie Kälber (Hirschkälber = männlich, Wildkälber = weiblich)…aber das Ganze ist dann noch einmal genug Stoff einen anderen Artikel.

So jetzt muss ich aber Schluss machen, sonst denkt ihr noch: Man das hält ja kein Sus scrofa domestica aus!

Geschrieben von Tim am 16. Juni 2009 | Abgelegt unter A-Z der Jagd | 4 Kommentare

Jagd von A-Z “B wie BESTÄTIGEN”

Ja ja was soll man machen, aber so langsam wird sie lästig die Schooohhhnzeit. Für den Jäger gibt es trotzdem eine Menge zu tun! Hochsitze bauen…

hochsitzbau

…Pirschwege aufarbeiten, Wildäsung anlegen…und Bestätigen! Man könnte sagen: Wie, “schon-Zeit” (kleiner Scherz)? Ja! Für den April liegt die Aufgabe beim Bestätigen der Rehböcke. Was ist bestätigen? Hierzu eine etwas längere Herleitung: In der Kalten Jahreszeit (allgemein wohl als WINTER bekannt) regelt das Wild seinen Stoffwechsel herunter, um möglichst wenig Energie zu verbrauchen. Da nur auf dem Sofa rumlümmeln und Trockennahrung zu sich nehmen bekanntlich für Depressionen sorgt, kann man sich vorstellen, wie die Gemüter der Tiere aufleben, wenn es wärmer wird. Die weiblichen Rehe ziehen knapperes “Fell” an und die Rehböcke freuen sich wie Männer in der Fußgängerzone vor dem Eiscaffee an den ersten warmen Tagen des Jahres…hüstel..wie auch immer, die Hormone sorgen dafür, dass die kurzzeitige geselligkeit der Rehböcke schlagartig in strenges Teritorialverhalten umschlägt. Das fertig wachsen gelassene Gehörn wird vom Bast (noch ein Wort mit B erschlagen..) befreit und mittels der Stirn- und Zwischenschalendrüsen wird beim Fegen und Plätzen (Scharren mit den Vorderläufen) das Revier “Abgesteckt”. Hierbei sind die Rehböcke sehr aktiv am “Umherziehen” und meist bei gutem Licht zu sehen. Hier kommt jetzt das BESTÄTIGEN ins Spiel. Man begibt sich also ins Revier (bewegt sich mit dem Rad, dem Auto, zu Fuß oder sitzt wie üblich an) und hält nach Rehböcken ausschau. Da am ersten Mai (nicht in allen Bundesländern) die Bockjagd beginnt und für eine effektive Bejagung wichtig ist zu wissen wo sich z.B. sehr schwache Jährlinge (Hauptziel im Mai) oder der lange gesuchte alte, starke Recke aufhält, ist es Sinnvoll, dies im sehr aktiven Monat April herauszufinden. Hierbei ist eine gewisse Übung im ANSPRECHEN unumgänglich, denn man hat meist nur wenig Zeit dafür.

bestatigen

..hierzu eine Übung: Ansprechen bitte..und sagt jetzt nich ne Amsel…

Tja das war es eigentlich schon zum BESTÄTIGEN. Das ganze macht man natürlich nicht nur zur Bockjagd sondern auch z.B. für Rothirsche im September. Als nächstes dann irgendwann “C” wie…ohh man!

Geschrieben von Tim am 6. April 2009 | Abgelegt unter A-Z der Jagd | 4 Kommentare

Jagd von A-Z “A wie ANSPRECHEN”

So nun kommt der erste Artikel in der Serie Jagd von A-Z. Da doch einige, die diesen Blog besuchen nicht (oder NOCH nicht?) in den Kreis der “Jagdverrückten”  eingetreten sind, dachte ich mir, ich bringe diesen Leuten einige Begriffe mal näher. Nicht zuletzt um vielleicht jemanden davor zu bewahren beim nächsten Besuch im Tierpark ständig von Rehen zu sprechen, obwohl das spannendste für den nichtjäger im Tierpark doch eindeutig das Dammwild (ja diese Geschöpfe, die meist rotbraun mit weißen Flecken oder mal schwarz oder mal weiß sind und einem immer die Taschen voll sabbern, wenn sie nach dem längst verbrauchten Futter suchen..) ist…

Und wo fängt man an in so einer Serie? Klar, (nein nicht bei D wie Dammwild..) bei A! Und welchen besseren Begriff für Jagdeinsteiger gibt es als das Ansprechen!? Das Ansprechen ist etwas, dass man als Jäger nicht genug üben kann, denn wenn man es nicht gut beherrscht, kann man nicht vernünftig (oder Waidgerecht…) jagen. Also hierzu erst einmal eine Übung. Das “Etwas” auf dem folgenden Bild ist präzise anzusprechen…

das-etwas

Ganz klar..es ist ein Tier! Soviel ist einfach. Damit auch zur Bedeutung des ansprechens. Es bedeutet nämlich, sich über Art, Geschlecht, Alter und Verfassung eines Tieres klar zu werden. Also was für eine Tierart ist es? Eine Hirschart. Welche genau? Rotwild. Welches Geschlecht? Männlich. Alter? Relativ genau 12 Monate. Verfassung? Gesund..aber? Körperlich schwach. Weil? Alte Verletzung am linken Hinterlauf. Das heißt? Als natürliche Auslese optimales Stück zum Erlegen…Für die Botaniker unter uns: Was blüht denn da so schön?

Geschrieben von Tim am 24. Februar 2009 | Abgelegt unter A-Z der Jagd | 2 Kommentare