Monatsarchiv für Juni 2009

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Nachwuchs

Dass ich mich in “Gina”, eine weiße, hübsche Brünette verguckt habe, würde Lena vermutlich normalerweise nicht gerne hören (hoffe ich zumindest..). Aber da es sich um die Hündin von Lenas Freundin Iris handelt, ist das Ganze nicht so schlimm. Als es dann auch noch hieß, dass sie Welpen bekommen sollte, konnte ich nicht wiederstehen. Lena brauchte man eigentlich nicht groß überreden und schon hatten wir unser Interesse bekundet (n bissel hin und her gings natürlich schon, aber das will ich hier nicht auswalzen). Mittlerweile ist es also soweit. Der Nachwuchs ist seit Donnerstag auf der Welt…

ginaundwelpen

…es sind drei Welpen (zwei Rüden und eine Hündin), die fleißig die Milchbar besuchen und nach letzten Infos rasant “dicker” werden. Kein Wunder hat man doch mit 3 Geschwistern eine große Auswahl und da man die Augen noch nicht offen hat, auch nicht viel anderes zu tun…Dass nenn ich mal Urlaub: Augen für zwei Wochen zu und vom schlafen zum fressen wechseln, um sich dann wieder schlafen zu legen. Da würd ich auch aufgehen wie n Hefeteig…

Das es “nur” drei sind haben sie anscheinend durch Masse der Einzelindividuen ausgeglichen. Der kleinste ist der helle Rüde in der Mitte mit 430g Geburtsgewicht. Der größte ist der “dunkle” Rüde links mit 580g Geburtsgewicht und wer hätte es gedacht, die Hündin (rechts) ist dazwischen.

Lena und ich werden also einen der beiden Rüden bekommen.

Kann mir jetzt noch jemand sagen, um welche Rasse es sich handelt, und warum ich damit (bis wir ihnen anderes beweisen) erst einmal bei unseren Familien “unten durch” sind? Das Rasseportrait kommt dann demnächst…

Geschrieben von Tim am 29. Juni 2009 | Abgelegt unter Hunde | Keine Kommentare

Jagd von A-Z “C” wie “CERVIDEN”

Das C nutze ich jetzt einfach mal für die Erklärung “Wie war das noch mal mit Bambi und seinem Vater?”

Ständig bekommt man als Jäger zu hören “Was, du hast ein Reh geschossen? Armes Bambi!” Abgesehen von der Grundsatzdiskussion Stichwort “armes..” scheint mir vorerst ebenfalls wichtig zu sein, dass Rehe IMMER fälschlicherweise als “Bambi” bezeichnet werden.  Das der Walt Disney Zeichentrickfilm in den USA produziert worden ist und es da gar keine Europäischen Rehe gibt, interessiert anscheiend keinen…und da man keine Lebensmittel in die USA einführen darf, konnten die auch nicht zum Dreh eingeflogen werden…

Nachfolgend also einige Ausführungen über “Rehe und Hirsche”.

Wie komme ich von Reh auf Hirsch? Schon lange erwidere ich auf die “Bambi” Aussage immer, dass Bambi ein Weißwedelhirsch ist. Daraufhin wird man meist müde belächelt und als idiot abgestempelt. Aber ich kanns beweisen…zumindest optisch…

bambis-vater

…das ist Bambi und sein Vater.

weiswedelhirsch

…das ist ein Weißwedelhirsch…

reh

…und das ist ein Reh…ok, im Gegensatz zu den vorigen Bildern ein weibliches Individuum (wo wir mal wieder beim Ansprechen wären..), aber egal. Und warum streckt es den Lecker (die Zunge..) raus? Weil es sagt: Bäää! Ich bin kein Bambi! Oder findet jemand, das da große Ähnlichkeiten bestehen?

Gut und schön werden einige sagen, aber was zum gypus fulvus (Gänsegeier) hat das Ganze mit “C wie CERVIDEN” zu tun? Ich weiß doch wie der Lepus europaeus (Feldhase) läuft! Du willst uns doch zum Monodon monoceros (Nar(r)wal) halten…

Nein, sage ich dann, die Cerviden sind Hirsche. Die Famile der Hirsche (Cervidae) ist nämlich unterteilt in verschiedene Unterfamilien. Z.B. die Echten Hirsche (Cervinae), zu denen unter anderem der Rothirsch (Cervus elaphus) gehört oder die Trughirsche (Capreolinae), die sich wiederum in viele Gattungen aufteilen. Das Europäische Reh (Capreolus capreolus) gehört zur Gattung der Rehe (Capreolus) was nebenbei irgendwie nicht sehr kreativ ist..wohingegen der Weißwedelhirsch (Odocoileus virginianus) zu der Gattung Odocoileus gehört. Folglich sind Reh und “Bambi” zwar entfernt verwandt, da beide zur Familie der Hirsche und zur Unterfamilie der Trughirsche gehören, gehören jedoch nicht zur gleichen Gattung, können sich somit also nicht mischen und eigentlich auch nicht verwechselt werden. Der Rothirsch dagegen ist z.B. mit dem Sikahirsch (Cervus nippon) so nah verwandt (gleiche Gattung), dass beide Arten sich kreuzen können. Die aus solch einer Verbindung entstehenden Hybriden können dann keiner der beiden Gattungen vollständig zugeschrieben werden (was ich als Grund für eine Verwechslung von Reh und “Bambi” durchaus akzeptieren würde, geht in dem Fall aber schlicht nicht). Würde also die Zeichentrickfigur “Bambi” kein Weißwedelhisch sein (oben eindeutig dargestellt…) sondern ein Sikahirsch oder gar ein Hybrid aus Sika- und Rothirsch und würde man mir dann sagen, wenn ich einen Rothirsch geschossen hätte “Ohhch, das arme Bambi!”, würde ich glatt sagen, nah genug, dass lass ich gelten! Ich gehe nie wieder jagen!…Doch zum Glück ist Bambi nun mal ein Weißwedelhirsch!

Zum Ende noch einmal ein weiteres Problem: Mit dem Wort Hirsch wird immer nur das Geweih in Verbindung gebracht. Das aber die Familie Hirsche heißt, und dazu sowohl männliche als auch weibliche Individuen gehören, die weiblichen jedoch kein Geweih haben, wirft da eine gewisse Schwierigkeit auf. Die Unterscheidung führt dann zwangsläufig zu Bezeichnungen wie “Hirschkuh”. Das hört der Jäger aber gar nicht gerne, denn der hat sich ein vieeel besseres Prinzip ausgedacht. Er spricht von Wild. Rotwild bezeichnet sowohl Männlich als auch Weiblich. Genauso Dammwild oder Rehwild. Hier ist es dann also möglich bei der Bezeichnung Rothirsch tatsächlich nur den männlichen Part zu benennen. Der weibliche teilt sich dann in Alttier (weibl. Alter >24 Monate) und Schmaltier (weibl. Alter >12 und <24 Monate) sowie Kälber (Hirschkälber = männlich, Wildkälber = weiblich)…aber das Ganze ist dann noch einmal genug Stoff einen anderen Artikel.

So jetzt muss ich aber Schluss machen, sonst denkt ihr noch: Man das hält ja kein Sus scrofa domestica aus!

Geschrieben von Tim am 16. Juni 2009 | Abgelegt unter A-Z der Jagd | 4 Kommentare

Der Fingerhutbock

Über das Himmelfahrtswochenende wurde wieder mal intensiv gejagt. Natürlich mit allem was dazu gehört. Nette Leute, viel Grillfleisch, Frühstück mit Speck, Rührei und Würstchen nach den Morgenansitzen usw.

Von der Jagdleitung hatten wir zwei Revierbereiche zur Verfügung gestellt bekommen, in denen wir uns frei bewegen konnten. Im Mai geht es bei uns vor allem darum möglichst einen großteil des Rehbockabschusses zu erledigen. Zusätzlich werden Schmalrehe und schwache Überläufer geschossen, sowie erstmals in diesem Jahr Rot-Schmaltiere. Bei den Ansitzen wurde also nicht nur nach Plätzen gesucht, an denen es möglich sein würde einen Rehbock zu erlegen, sondern auch die Chance auf anderes Wild zu haben. Ein sehr beliebter Platz bei uns ist der sogenannte “Fingerhut “. Es ist ein Hochsitz an einem großen Schlag, der mittlerweile relativ Flächig mit Kiefernverjüngung bedeckt ist. Der Name kommt von gleichnamiger Pflanze (lat. Digitalis Purpurea)….

fingerhut

…deutlich im Bild zu sehen. Diese wächst in der Nähe des Hochsitzes flächendeckend. Und ist zur Blütezeit recht imposant anzusehen. Auf diesem Hochsitz also hatte man eine gute Chance auf alles Wild und seit einigen Jahren (schon vorher, jedoch insbesondere seit 2007) war hier ein Rehbock bekannt, der sich immer nur zeigte, wenn an eine Bejagung nicht zu denken war. Da es sich jedoch um einen alten, etwas dickerstangigen (in unserem Revier recht selten) und vor allem vom Gehörn sehr dunklen Bock handelte, stand er auf der Begehrtheitsliste recht weit oben. Jedes Jahr verbrachten verschiedene Jäger jedoch immer wieder vergebliche Ansitze auf diesen Recken. Auch in diesme Jahr waren bereits einige Ansitze auf dem “Fingerhut” ergebnislos geblieben. Trotzdem wollte ich es am Abend des 23.05.2009 noch einmal versuchen. Jagdfreund Gerhard und Lena saßen jeweils gleich um die Ecke, da wir aus Gründen des Jagddrucks gerne einen Revierteil etwas dichter absetzen, um diesen daraufhin eine Zeitlang wieder ruhen zu lassen. Ich saß also auf dem gemütlichen Hochsitz und blickte auf den Schlag…

fingerhutschlag

…von dem leider ein strammer Wind in das Gesicht bläst. “Wenn der Wind jagd soll der Jäger nicht jagen” denke ich noch und blicke mich dabei um. Nach hinten besteht der Bestand in einem schmalen Streifen aus einer Douglasiendickung sowie einem Kiefernaltholz mit Fichtenverjüngung. Dahinter liegt ein weitläufiges Eichenaltholz. Ich blicke mich also um und entdecke in der Fichtenverjüngung ein Lauscherpaar. “Na, bei dem Wind würde ich auch nicht auf die Fläche ziehen…”. Ich greife in der Hoffnung auf ein schießbares Reh zur Waffe und gehe in Anschlag. “Wow, nicht weiblich, ein Bock und kein Jährling. Der hat mehr auf..”. Sofort steigt der Adrenalinpegel, jedoch zieht der Bock (sowieso nur oberhalb des Trägers zu sehen) in die dichtere Verjüngung. “Na den sehe ich nie wieder!” denke ich noch und tausche das Gewehr mit dem Fernglas um in einer Lücke wenigstens noch ansprechen zu können. Der Blick durch das Glas zeigt jedoch, dass der Bock wendet und in einen freieren Bereich unterwegs ist. Und nicht nur das, der Bock im Bild ist nicht nur eindeutig älter sondern auch mit sehr dunklen, verdickten Stangen versehen. “Das ist doch tatsächlich der Fingerhutbock!”. Zwar spitz, jedoch in Richtung einer Lücke zog der Bock jetzt schneller. Rasch war die Waffe wieder im Anschlag und…der Bock nicht im Absehen, da er hinter einer Fichte verschwunden war. “Oh das wird knapp..da war ein Schatten..er kommt auf die Lücke!” Der Bock zieht immernoch zu spitz von mir weg langsam zum Ende der Lücke. Im letzten Moment dreht er ein Stück breiter und schon bricht der Schuss. Der Bock flüchtet ohne zu zeichen durch die Verjüngung, über den Weg aus meinem Blickfeld…Oh man, das ging schnell! War es denn überhaupt der richtige? Saß der Schuss? Die Wartezeit nach dem Schuss fiel schwer, musste aber eingehalten werden. Ca. 15 Minuten späte bewege ich mich zum Anschuss und entdecke sofort viel Schweiß samt Lunge. “Ok, tödlich war es, jetzt muss es nur noch der richtige sein…”. Schnell ist die Fährte ausgegangen und ich stehe am Bock. Er ist es. Kleiner zwar als angesprochen. Sowohl vom Wildbret als auch vom Gehörn, jedoch alt und dunkel von den Stangen. Die Freude ist groß und die Wacht am Stück erfüllt das Jägerherz..fingerhutbock

Da lag er nun der Fingerhutbock…

Nach ausgiebiger Wacht, Verbrechen und aufbrechen begebe ich mich aufgrund der noch frühen Stunde wieder auf den Hochsitz. Kaum oben angekommen, sehe ich einen kleine Bock am Ende des Schlages abspringen. “Wohl ein unruhiger Jährling..”. Zwei Blick später sehe ich noch einen Bock, keine Jährling sondern einen Mittelalten, dünnen Sechser, der dem Jährling neugierig nachäugt. Daraufhin beginnt er an einer frisch gepflanzten Douglasie zu Fegen. “Hmm, die Ansage lautete an Pflanzungen verstärkt zu Bejagen..ob Lena wohl gerade Anblick hat? Gerhard sitzt zu ungünstig, der kommt nicht sicher hier ran, aber Lena könnte den Weg bis zu mir kommen und direkt von hier ihr Glück versuchen..”. Nach einem weiteren Blick ist klar, der Bock hat vor eine Weile auf dem Schlag zu bleiben, also wird das Telefon gezückt und Lena angerufen (hier ist zu erwähnen, das wir solcherlei Aktionen sogut wie nieh machen. Nur wenn definitiv keine Störung durch den Wechsel des Hochsitzes entstehen kann und die Chance groß genug ist, denken wir überhaupt über so etwas nach…). Das kurze Telefonat ergibt “hier ist völlig tote Hose…”, “Na dann komm rüber, wir probieren es!” Während ich weiter den Bock beobachte begibt Lena sich also von ‘ihrem Platz zu meinem und schon bald sitzen wir nebeneinander auf dem Fingerhut. “Da hinten ist er..” weise ich ein. “Das ist aber weit!” kommt zurück, jedoch kann mit Auflageleiste und meiner Schulter eine optimale Schussposition erreicht werden. Irgendwann bricht der Schuss und schon hatten wir es geschafft zwei Böcke gleichzeitig von diesem Hochsitz zu schießen. Was für ein spannender und erfolgreicher Abend…der-neue-fingerhutbock

…und das ist Nummer zwei!

Geschrieben von Tim am 7. Juni 2009 | Abgelegt unter Jagderlebnisse | 3 Kommentare